where people
Thema
Blog
Books
Dokumentarfilm
Erfolgsgeschichte
Interview
Third places
Training
Workshop
Alle anzeigen
Team
Communication
Design
Goat
Management
Project
Research
Alle anzeigen
INPACT model
Imagine
Navigate
Position
Artify
Construct
Test
Alle anzeigen
Typologie
Bibliothek
Bildung
Cafe
Hotel
Museum
Office
Regierung/Bürgerlich
Theater
Alle anzeigen
Disziplin
Architektur
Beteiligung
Grafiken
Innenraum
Landschaft
Recherche
Städtebau
Alle anzeigen
Country
Bonaire
Deutschland
Island
Niederlande
Norwegen
Palästina
Alle anzeigen
Search & Filter
Einblicke

Raum zum Lesen, Lernen, Wachsen

Viele Menschen denken bei Alphabetisierung vor allem an die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können. Aber wussten Sie, dass es bei Literalität um viel mehr geht? In diesem Blog erfahren Sie, warum Literalität so wichtig ist und wie öffentliche Orte wie Bibliotheken mit Programmgestaltung und Innenraumdesign dazu beitragen können.

Welttag der Alphabetisierung 2026

Die Welt öffnet Ihnen mit Worten ihre Tore

Am 8. September findet der Welttag der Alphabetisierung (International Literacy Day) statt. Die UNESCO rief diesen Tag 1966 ins Leben. 2026 wird er zum 60. Mal gefeiert, unter dem Motto Alphabetisierung für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand (Literacy for people, the planet and prosperity).¹

Aufmerksamkeit für dieses Thema ist nach wie vor dringend notwendig. Laut UNESCO verfügen weltweit noch immer rund 739 Millionen Erwachsene nicht über grundlegende Lese- und Schreibkompetenzen.²

Auch in den Niederlanden bleibt geringe Literalität ein wichtiges Thema. Rund drei Millionen Erwachsene zwischen 16 und 75 Jahren haben Schwierigkeiten mit Lesen, Schreiben und/oder Rechnen.³ Literalität geht jedoch darüber hinaus. Sie umfasst auch die Fähigkeit, Informationen zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, vom Behördenschreiben bis hin zu medizinischen Informationen.²

Gemeinsam mit Rechenkompetenz und digitalen Fähigkeiten trägt Literalität wesentlich dazu bei, dass Menschen sich selbstständig in der Gesellschaft zurechtfinden können. Eine aktuelle Studie bringt die frühe Nutzung sozialer Medien mit schwächeren Sprachleistungen in Verbindung.⁴ Gleichzeitig wirft der Aufstieg von KI neue Fragen zu unseren eigenen Lese-, Schreib- und Denkfähigkeiten auf. Dadurch wird die Fähigkeit, Informationen kritisch zu beurteilen, umso wichtiger.

Ich lese, also wachse ich

Laut Stichting Lezen, der niederländischen Stiftung zur Leseförderung, besteht ein positiver Zusammenhang zwischen regelmäßigem Lesen und kognitiver Entwicklung, sozialer Intelligenz und gesellschaftlichem Engagement.⁵ Menschen, die regelmäßig lesen, verfügen im Durchschnitt über ein größeres Wissen über die Welt. Lesen steht zudem in Zusammenhang mit einem umfangreicheren Wortschatz, einem stärkeren logischen Denkvermögen, sozialem Verständnis und Empathie. Im höheren Alter kann regelmäßiges Lesen dazu beitragen, kognitive Fähigkeiten länger zu erhalten.⁵ Lesen hilft uns daher nicht nur dabei, Informationen zu verarbeiten. Es kann uns auch helfen, andere Perspektiven zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und unseren Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Ein Ort, um ein neues Kapitel aufzuschlagen

Bibliotheken stärken Literalität nicht nur durch ihre Bestände, sondern auch durch Beratung und Programmgestaltung.⁶ Als zugängliche Dritte Orte ermöglichen sie informelles Lernen. Besucher*innen können unverbindlich vorbeikommen, eine Frage stellen oder beispielsweise an einem Sprachcafé, einem Vorleseangebot oder einem digitalen Workshop teilnehmen. So lernen Menschen durch eigenes Tun und voneinander.

Auch das Innenraumdesign kann dazu beitragen, die Schwelle zum Lernen und Mitmachen zu senken. Ruhige Leseplätze, Gemeinschaftstische und flexibel nutzbare Räume unterstützen unterschiedliche Formen des Lesens, Lernens und Austauschs. Eine übersichtliche Raumaufteilung macht Aktivitäten und Angebote leicht auffindbar. Mehrsprachige Kommunikation und ein Innenraum, der an die lokale Identität anknüpft, können zudem für Wiedererkennung sorgen. So verstärken sich Programmgestaltung und Innenraumdesign gegenseitig.

Mehrsprachige Begegnungen auf Bonaire

Die Bibliothek Bonaire ist dafür ein inspirierendes Beispiel. Im Frühjahr 2025 eröffnete sie an einem neuen, temporären Standort in Kralendijk und entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem lebendigen Ort für die Gemeinschaft.

Mit ihrer vielfältigen Programmgestaltung knüpft die Bibliothek an die mehrsprachige Gesellschaft der Insel an. Ein Beispiel dafür ist Snèk di idioma („Sprach-Snack“), ein monatliches Treffen rund um Sprache und Kultur, bei dem Besucher*innen verschiedene Sprachen anhand eines festen Themas üben.

Auch das Innenraumdesign leistet einen Beitrag. Geschützte, aber einsehbare Bereiche bieten Ruhe, ohne Besucher*innen von anderen abzuschirmen. Lokale Farben, Korallenmotive und der papiamentische Willkommensgruß Bon Bini schaffen Wiedererkennung und verankern die Identität der Insel in der Bibliothek.


Vier Muttersprachen an einem Tisch

Bei Snèk di idioma sitzen Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen gemeinsam an einem Tisch. „Gerade diese Mischung macht es besonders“, erzählt Danique Verkerk, Programmkoordinatorin für Grundkompetenzen bei der Bibliothek Bonaire. „Die Teilnehmer*innen kommen in der Sprache, die sie lernen, miteinander ins Gespräch: Papiamentu, Spanisch oder Niederländisch. Es kommt regelmäßig vor, dass Menschen mit vier verschiedenen Muttersprachen gemeinsam an einem Tisch sitzen.“

Die Niedrigschwelligkeit motiviert die Teilnehmer*innen dazu, weiterzuüben und wiederzukommen. „Wir entscheiden uns ganz bewusst dafür. Snèk di idioma findet zu festen Zeiten statt, wir bewerben die Aktivität aktiv über unsere Kanäle und kündigen den nächsten Termin immer klar an. Was in der Praxis jedoch am besten funktioniert, ist die Gruppe selbst! Mittlerweile gibt es eine feste Gruppe von Teilnehmer*innen, die sich gegenseitig ermutigen und vor allem voneinander lernen. Die meisten kommen inzwischen von sich aus wieder.“

Die wohnliche Atmosphäre der Bibliothek spielt bei den Treffen ebenfalls eine wichtige Rolle, fährt Danique fort. „Wir richten den Raum so ein, dass sowohl kleinere als auch größere Gruppen Platz finden und alle bequem sitzen können. Und auf dem Tisch steht immer etwas Leckeres. Das steckt nicht umsonst im Namen. So entsteht eine sichere Atmosphäre, in der Menschen sich trauen, eine neue Sprache laut zu sprechen.“

Projekte

Entdecken Sie unsere inklusiven Orte

Projekte ansehen
Möchten Sie mehr wissen?

In Verbindung kommen

Kontakt